Pflegen mit Kopf, Hand und Herz

Berufsfachschule für Altenpflege der Stiftung Marienhospital

Pflege-Thermometer 2018 auf dem Deutschen Pflegetag in Berlin vorgestellt

 

Pflege-Thermometer 2018 auf dem Deutschen Pflegetag in Berlin vorgestellt

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Stationäre Langzeitpflege: 17.000 offene Stellen – der Fachkraftmangel schlägt durch

Das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (DIP) hat im Rahmen des diesjährigen Deutschen Pflegetages in Berlin exklusiv Daten, Analysen und Ergebnisse des Pflege-Thermometers 2018 vorgestellt.

Die repräsentative Studie basiert auf der bundesweiten Auswertung von Daten aus 1.067 Einrichtungen der voll- und teilstationären Langzeitpflege.

Es wurden Fragen zu Strukturen und Ausstattungen der Einrichtungen, Technologieeinsatz und Digitalisierung, Personal, finanziellen Rahmenbedingungen, regionalen Versorgungsaspekten sowie Einschätzungen zu den Auswirkungen der Pflegereformgesetze beantwortet.

Die Ergebnisse zeigen detailliert, dass der Fachkraftmangel in der Pflege immer stärker durchschlägt.

„Das Nadelöhr ist die Personalfrage“, betonte Professor Michael Isfort, Leiter der Studie.

Aktuell können 17.000 Stellen in den bundesweit 13.600 Einrichtungen nicht besetzt werden.

Die vollständige Studie, die wiederum von der B. Braun-Stiftung gefördert wurde, wird Ende April 2018 veröffentlicht. Die Pflege-Thermometer-Reihe hat sich zu einer der führenden Studien der Berichterstattung der pflegerischen Versorgung in Deutschland etabliert und findet neben der Fachöffentlichkeit auch seitens der Fachverbände und der Politik bundesweit Beachtung.

Zahlreiche (Fach-)Publikationen sowie die Aufnahme der Ergebnisse in den Medien (Fernsehen, Rundfunk, Print) belegen die Bedeutung der Pflege-Thermometer-Reihe als Grundlage für eine systematische Bewertung der pflegerischen Versorgung in Deutschland.

Mit dem Pflege-Thermometer 2018 wird diese erfolgreiche Arbeit weiter fortgesetzt und zum bereits neunten Male durch eine Förderung der B. Braun-Stiftung realisiert.

Fokus des Pflege-Thermometers 2018 ist die Entwicklung im teil- und vollstationären Pflegebereich.

Problemlage .

In der ambulanten Altenpflege sind weitere 21.000 Stellen nicht besetzt. Die repräsentative Befragung von Heim- und Pflegeleitungen durch das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung (DIP**) bestätigt zudem, dass Pflegekräfte unter weiter steigendem Druck arbeiten.

Mehr als die Hälfte der befragten Heim- und Pflegedienstleitungen erklärte, die Belastungen seien seit 2015 in allen Bereichen gestiegen. Der stellvertretende DIP-Vorstandsvorsitzende Michael Isfort sagte, die von der großen Koalition versprochenen 8.000 zusätzlichen Stellen für Pflegeheime könnten angesichts dieser Zahlen keine schnelle Entlastung bringen.

Der Studie zufolge müssen 22 Prozent der Einrichtungen wegen des Personalmangels zeitweilig Aufnahmestopps verhängen. Mehr als 80 Prozent der Anfragen für die Aufnahme in ein Heim oder für eine Kurzzeitpflege müssen zunächst abgelehnt werden. 71 Prozent der Pflegeheime führen Wartelisten.

Quelle: epd sozial

Betrachtet man die weitere Entwicklungen der Angebotsseite der teil-/vollstationären Versorgung in Deutschland, so ist neben einem starken Anstieg der vorhandenen Bettplätze auch ein Aufwuchs in der Anzahl der Pflegeheime zu erkennen. Zwischen 1999 und 2015 stieg die Zahl der verfügbaren Bettplätze um über 283.000 an. Auch die Anzahl der Heime in Deutschland weist einen Zuwachs von 4.740 Einrichtungen auf.

Im Dezember 2015 waren in Deutschland 2,9 Millionen Menschen pflegebedürftig im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes (SGBXI). Rund 73% der Pflegebedürftigen werden zuhause versorgt.

Ausgehend von der 12. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder könnte die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland bis zum Jahr 2030 auf rund 3,4 Millionen Menschen ansteigen.

Die Anzahl der in teil-/vollstationären Pflegeeinrichtungen betreuten pflegebedürftigen Personen lag in 2015 bei über 857.000 Personen. Geht man von den oben benannten Entwicklungen aus, so wird die Anzahl der in Heimen betreuten Pflegebedürftigen bis2030 auf rund 1 Millionen Menschen ansteigen.

Forderungen

Hieraus resultiert auch eine steigende Anzahl an Pflegefachkräften. Die Ausbildungskapazität muss daher erheblich gesteigert werden.

Mit den jetzt eingeleiteten Maßnahmen der Politik wird dieses Ziel so nicht zu erreichen sein. Bei gesundheits- und sozialpolitischen Entwicklungen spielt die pflegerische Versorgung, insbesondere der älteren Bevölkerung zunehmend eine zentrale Rolle.

Der demografische Wandel stellt Bund, Länder und Kommunen, aber auch Kostenträger vor die Aufgabe, etablierte Versorgungsstrukturen weiter auszudifferenzieren oder zu ergänzen.

Es müssen jetzt angemessene Strategien entwickelt werden um den zukünftigen gesundheitspolitischen Herausforderungen zu begegnen und dabei die tatsächlichen gesundheitlichen Interessen und Bedarfe von Senioren und Pflegebedürftigen neben ökonomische Erwägungen zu stellen.

Dabei geht es neben der pflegerischen Versorgung auch um die soziale Einbindung und größtmögliche Autonomie der älteren Menschen. In den erstellten Gutachten wird jeweils eine wissenschaftliche Grundlage geschaffen, an der gesundheits- und sozialpolitische Maßnahmen ansetzen können und die vorhandenes und mögliches Innovationspotential aufzeigen.

Mögliche Ziele

1. Betriebliche Einstiegsqualifizierung (EQ)

Mit der betrieblichen Einstiegsqualifizierung sollen Grundlagen für den Erwerb beruflicher Handlungsfähigkeit entwickelt werden. Zugleich soll diese Form der Berufsvorbereitung jungen Menschen mit Vermittlungshemmnissen als Brücke in die Berufsausbildung dienen.

Die Inhalte einer Einstiegsqualifizierung orientieren sich an den Inhalten eines anerkannten Ausbildungsberufes.

Nach § 235b SGB III sind seit dem 1. Januar 2009 betriebliche Einstiegsqualifizierungen (EQ) auch im Bereich der Altenpflege möglich.

Einstiegsqualifizierungen finden im Betrieb statt und zielen auf Ausbildungsbewerberinnen und –bewerber.

Jugendliche / junge Menschen werden über eine Einstiegsqualifizierung gezielt an das Berufsfeld Altenpflege und an eine institutionelle Arbeitssituation herangeführt.

Ambulante und stationäre Altenpflegebetriebe haben die Möglichkeit, künftige Auszubildende und ihre Leistungsfähigkeit in der betrieblichen Praxis kennenzulernen. Bisher nicht ausbildende Betriebe werden an die Ausbildung herangeführt. Eine aktive Personalentwicklung kann damit befördert und einem drohenden Fachkräftemangel entgegenwirkt werden.